Eine hochinteressante Aktion unseres Bundesheeres, das spätestens seit seinem ruhmreichen Tschadeinsatz weltweites Ansehen genießt, sorgt jetzt für Aufsehen. Sämtliche Wachtürme, die bislang die Grenzen vor armen Schluckern aus Osteuropa sichern sollten, werden versteigert. Die dank Schengen obsolet gewordenen Objekte, auf denen einst überforderte Buben fröstelnd ihren Dienst versahen, harren nun um den wohlfeilen Rufpreis von einem Euro neuer Besitzer. Verwendung wird schnell gefunden sein, zumal ein imposanter Hochstand, elegant am Zaun zwischen zwei Schrebergartenparzellen aufgestellt, vielleicht noch nützlicher ist als an der Staatsgrenze. Kleine Delikte, wie der allseits gefürchtete Brombeerdiebstahl, können so besser unterbunden werden. Ganz zu schweigen vom unbefugten Betreten des Grundstücks durch des Schrebergärtners wirklichen Feind, den Nachbarn. Die Idee, unnütz gewordenes Inventar unseres Heeres lukrativ weiterzuverwerten, scheint ausbaufähig. Unterbeschäftigte Mitglieder des Generalstabs, die in Galauniform bei Kindergeburtstagen aufträten, würden sicherlich jedem öden Clown die Schau stehlen. Oder Fluggerät, das aus technischen Gründen den Weg in den Himmel nicht mehr schafft, könnte auf Kirtagen zahlenden Zivilisten zu jenem Nervenkitzel verhelfen, der zum Alltag unserer Piloten gehört: nämlich in voller Montur, aber ohne jedes Risiko in einem Eurofighter zu sitzen. Das wäre dann endlich ein wirklich tolles Gegengeschäft.