Lange kannte sie kaum einer: Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) wurde 1998 durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Sondervermögen des Bundes gegründet. Erst der Anlagebetrug der Phoenix Kapitaldienst machte die EdW schlagartig bekannt. Der Fall wurde zum ersten wichtigen Prüfstein für die Einrichtung: Die geprellten Anleger verlangen von ihr Entschädigung. Denn die Aufgabe der EdW ist es, Privatanlegern einen Mindestschutz zu garantieren, auch wenn das Institut in das sie investiert haben, Pleite geht.

Im Entschädigungsfall ist die EdW verpflichtet, ihnen 90 Prozent der jeweiligen Einlage zu ersetzen. Maximal beträgt die Entschädigung 20000 Euro. Um in Deutschland mit Wertpapieren handeln zu dürfen, ist es für Finanzdienstleistungsunternehmen ohne Vollbanklizenz Pflicht, sich der Entschädigungseinrichtung anzuschließen. Rund 750 Unternehmen gehören der Institution derzeit an und finanzieren den Entschädigungsfonds über Jahresbeiträge – nur die reichen im Fall Phoenix bei Weitem nicht. hbr