Pickel sind weder angenehm noch schön, und wer damit reichlich gesegnet ist, würde sicher einiges dafür geben, die Plage wieder loszuwerden. Aber wie viel genau dürfte die Befreiung von Pickeln denn kosten, vorausgesetzt, es gäbe entsprechende medizinische Mittel und Wege? Zumindest für amerikanische Teenager ist die differenzierte Antwort nun gefunden: 275 Dollar würden Jugendliche springen lassen, wenn sie dafür vollständig von Akne verschont blieben, 100 Dollar, wenn eine vorhandene Akne rückstandslos verschwände und nichts, wenn die Pickel zwar verschwänden, aber dafür lauter Narben zurückblieben.

Wer diese Studie, veröffentlicht in der jüngsten Ausgabe der Archives of Dermatology, als abseitige Untersuchung eines geschäftstüchtigen Hautarztes abtut, der irrt sich. Denn es steckt mehr dahinter. Erstens wissen die Ärzte jetzt, wonach sie vorrangig suchen sollten – nämlich vor allem nach einer Behandlungsmethode, die keine Narben zurücklässt. Und zweitens können die Mediziner die ermittelten Beträge mit anderen Untersuchungen vergleichen und eine Rangfolge der wichtigsten Probleme in der Dermatologie aufstellen. So würden Patienten mit einer Schuppenflechte 2000 Dollar für eine hypothetische Heilung zahlen.

Die sogenannte Willingness-to-pay-Analyse (Zahlungsbereitschaft) ist eines von vielen mathematischen Instrumenten der Gesundheitsökonomen, um die Präferenzen der Patienten herauszubekommen.

Nun mag man einwenden, dass, wenn es um die Gesundheit ginge, immer alles gezahlt werden müsse. Aber schon die erbitterten Kämpfe um die Krankenkassenbeiträge belegen, dass das nicht stimmt. Die Bevölkerung ist – solange sie gesund ist – nicht bereit, alles für den Erkrankungsfall zu geben und jeden Krankenkassenbeitrag zu zahlen. Wer das einmal begriffen hat, der braucht ein möglichst gerechtes Verfahren für die Verteilung der begrenzten Mittel. Aber solche Debatten werden in Deutschland noch immer nicht geführt. Lieber gibt man sich mit der gefühlten Gerechtigkeit zufrieden.