Deutschlandkarte – die Analyse

Heidelberg darf als die Überraschung dieser Karte gelten. Platz zwei, noch vor Hamburg und München. Heidelberg, eine Stadt von heute rund 145.000 Einwohnern, galt lange Zeit als deutsche Traumstadt: schöne Altstadt, Schloss, am Neckar gelegen. Stand "Heidelberg" auf dem Filmplakat, wusste man, es gibt was fürs Herz. Der letzte Heidelberg-Film stammt aus dem Jahr 1959, der Herzschmerz scheint also abgeklungen.

Berlin indes ging immer: Hier passierte bekanntermaßen immer wieder Weltgeschichtliches – und sogar im Ausland kann man seinen Namen aussprechen. Ein Gelsenkirchen-Film würde in Frankreich ganz schlecht ankommen. Wenn Regisseure sich dazu entschließen, einen Film nach weniger bekannten Städten zu benennen, nach Städten, die nach nicht viel klingen, etwa nach Wolfsburg oder Wuppertal, dann wollen sie sagen: "Mein Film hat sozialpolitisches Gewicht. Sonst hieße er ja 'Heidelberg'." In diesen Filmen geht es um überfahrene Kinder, gewalttätige Exmänner und einen doppelmordenden Gastarbeiter.

Redaktion: Matthias Stolz; Recherche:Fritz Schaap

Leseraufruf: Im Frühjahr zeigten wir, in welchen Lieder deutsche Städte besungen wurden. In einer neuen Deutschlandkarte wollen wir diese Sammlung ergänzen. Schicken Sie Ihre "Stadthymne" an stadt-lieder@zeit.de.