Nun wissen wir es: ein 7er BMW, frisch gewaschen natürlich, denn es ist Freitagmittag, und es geht zur Mutti nach St. Augustin!

Da kann man ja ruhig bei 137 Stundenkilometern im Schnitt mal etwas mehr CO₂-Ausstoß wagen. Schließlich geht’s Sonntagabend leider schon wieder zurück! Lakritze knabbernd, Schorle süffelnd, den Blick fest aufs Navi gerichtet, brettert unser Staatsdiener Otremba auf Staatskosten mit 220 Sachen durchs liebliche Weserbergland. Den "goldenen Schnitt" von 137 Stundenkilometern immer im Auge behaltend, holt er unermüdlich und pausenlos die verlorene Zeit bei Magdeburg, Braunschweig und Hannover wieder auf. Muss ja auch noch durch das ganze Ruhrgebiet! Nur keine Zeit verlieren! Mutti wartet schon!

Als politischer Beamter hat man eben nicht nur beim Start die Nase immer in Fahrtrichtung; und wenn’s am Hals mal eng werden sollte, kann man ja immer noch die Krawatte lockern.

Die Fliegerei ist nicht sein Ding. Alles eng, alles Zwang. Und Bahnfahren? Oh Gott, ist ja noch enger!

Dann doch lieber etwas mehr CO₂-Ausstoß! Ein einziges Mal pro Woche dürfte doch für einen Beamten wohl drin sein.

Manfred Kettner, Berlin