Der illegale Handel mit persönlichen Daten ist ein altbekanntes Phänomen. Dass jedoch Adressen inklusive Kontonummern in großem Stil in Umlauf sind, "das beobachten wir erst seit zwei bis drei Jahren", sagt Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein. Besonders oft stammten solche Daten aus dem telefonischen Vertrieb von Lotto-Verträgen, Zeitschriftenabonnements und Verträgen für den Internetzugang. "Was dabei auffällt ist, dass im Handel mit Kundendaten dann eine Selektion stattfindet. Es gibt eine Vorliebe dafür, ältere Menschen anzurufen." Ziel sei es, durch ein Telefongespräch an die Kontonummer zu gelangen, um dann abbuchen zu können. Wie sehr die Senioren im Fokus der Telefonvermarkter stehen, war auch auf der CD zu sehen, die vor Kurzem der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zugespielt wurde und die aktuelle Debatte um den Missbrauch von Kundendaten ausgelöst hat. "Auf der CD gab es einen eigenen Ordner, der hieß: Jahrgänge 1930 bis 1940", sagt Weichert. Um Verbraucher besserzustellen, fordern Datenschützer nun eine Gesetzesänderung. Per Telefon geschlossenen Verträgen solle eine schriftliche Bestätigung folgen müssen. Im Landesparlament von Baden-Württemberg läuft bereits eine Anfrage, wie das Land sicherstelle, dass der Vertrieb von Lottoverträgen in legalen Bahnen laufe. Lottospiel ist schließlich Ländersache. goh

Nach Siemens ist nun auch Aldi Nord wegen des Verdachts der Betriebsratsbestechung ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Gewerkschaft ver.di hat das Unternehmen angezeigt. Es soll Zahlungen an die AUB geleistet haben. Diese Organisation spielte auch schon beim Münchner Elektroriesen als arbeitgeberfreundlicher Gegenpol zur IG Metall eine große Rolle. Der langjährige AUB-Chef Wilhelm Schelsky sitzt bereits seit Februar 2007 in Untersuchungshaft.

Allerdings dürfte ver.di in diesem Fall schlechte Karten haben. Das Problem: "Das deutsche Recht kennt keinen Straftatbestand zur Gewerkschaftsbestechung", sagt Professor Volker Rieble vom Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht in München. Der entsprechende Paragraf 299 im Strafgesetzbuch sei "nicht einschlägig", weil der Betriebsrat nicht nach außen am Markt gegenüber potenziellen Vertragspartnern agiere. Siemens-Manager und AUB-Mann Schelsky müssen sich denn auch wegen anderer Delikte wie zum Beispiel Untreue vor dem Kadi verantworten. Aldi bezieht sich nun auf Riebles Rechtsposition, die er bereits im vergangenen Juli in einem Fachblatt veröffentlicht hat. Wilhelm Kassenböhmer von der Staatsanwaltschaft in Essen will sich dazu noch nicht konkret äußern: "Wir brauchen noch etwas Zeit, um den Sachverhalt zu klären." lüt

Wer liefert das Auto, das sowohl bei Verbrauch und Kohlendioxidausstoß als auch bei Lärm und Schadstoffen – wie Rußpartikeln – der Umwelt am wenigsten schadet? Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat 350 aktuelle Pkw-Modelle getestet. In seiner neuen "Auto-Umweltliste 2008/2009" werden die Ergebnisse vorgestellt. Und siehe da, trotz aller Bemühungen der deutschen Autobauer liegen wieder mal die Japaner vorn: Sieger ist der Toyota Prius mit Hybridantrieb vor dem Honda Civic Hybrid. Den dritten Platz teilen sich gleich vier Kleinwagen: Citroën C1, Daihatsu Cuore 1.0, Peugeot 107 und Toyota Aygo 1.0. Erst auf Platz acht folgt der erste Wagen eines deutschen Herstellers, der Smart fortwo coupé mhd mit Benzinantrieb von Daimler.

Peinlich für den Stuttgarter Konzern: Ursprünglich lag das Smart-Schwestermodell mit Dieselantrieb sogar auf Platz drei. Doch die Daimler-Ingenieure schaffen es trotz Ankündigung nicht, dem kleinen Sparwunder bis zum Oktober einen vollwertigen geschlossenen Dieselpartikelfilter anzupassen. Dies werten die Tester vom VCD aber als Todsünde, weil die bisherige Version zwar vorbildlich niedrige CO2-Werte erreicht – und in dieser Disziplin sogar auf Rang eins liegt –, aber mit seinen nur teilweise gefilterten Abgasen unnötig viel gesundheitsschädliche Feinstaubpartikel ausstoße.

Bei einzelnen Fahrzeugklassen schneiden auch Modelle aus deutschen Fabriken oder deutschen Konzernen relativ gut ab. Etwa die Sparversionen von Audi A3, Ford Focus oder Golf bei den Kompaktwagen oder der Opel Zafira mit Gasantrieb bei den Sieben-Sitzern. Trotz aufsteigender Tendenz gehören die Ökoautos freilich noch lange nicht zu den meistverkauften Modellen hierzulande (siehe Grafik unten). dhl

Apples Designer-Handy iPhone wird zum ernsten Konkurrenten für tragbare Videospielkonsolen. Nachdem Sega mit seinem Spiel Super Monkey Ball kürzlich als erster namhafter Hersteller eine iPhone-Version herausgebracht hatte, zieht Erzrivale Electronic Arts (EA) nach. Bei der gerade gestarteten Leipziger Spielemesse Games Convention stellt EA seine Neuentwicklung Spore vor, die ab September auch für das iPhone erhältlich sein soll. In dem Spiel muss eine Mikrobe durch die Evolution gesteuert und in ein zivilisiertes Lebewesen verwandelt werden. Der größte Vorteil des iPhones ist der eingebaute Bewegungssensor, den es bisher in keiner anderen tragbaren Konsole gibt. Die iPhone-Technik könne sich locker mit der von Konkurrenzprodukten wie Sonys Playstation Portable messen, sagt EA-Sprecher Daniel Feld: "Es wird bald mit Sicherheit noch mehr iPhone-Spiele von uns geben." HMÜ