Er kennt die Welt wie wenige. Sollte Gesine Schwan (Foto) im Mai 2009 zur Bundespräsidentin gewählt werden, hätte sie mit ihrem Ehemann Peter Eigen einen Partner an der Seite, der über Verbindungen in alle Erdteile verfügt. Mit 30 Jahren zog der in Augsburg geborene Jurist nach Washington und fing 1968 in der Rechtsabteilung der Weltbank an. 1973/74 arbeitete er als juristischer Berater für die Regierung von Botswana, später folgten Jahre als Direktor der Regionalkommissionen für Westafrika, Ostafrika und Lateinamerika. In dieser Zeit wurde ihm bewusst, wie sehr Korruption die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in vielen Ländern hemmt – ein Übel, das die Weltbank in ihrer Arbeit aber zu seinem wachsenden Ärger vollständig ignorierte. Eigen verließ 1991 die Finanzorganisation und gründete zwei Jahre später mit Freunden Transparency International ("die Koalition gegen Korruption"), deren Ehrenvorsitzender er heute ist. Eigen engagiert sich inzwischen vor allem als Chef der Extractive Industries Transparency Initiative. Diese Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Zahlungen von Unternehmen an die Regierungen rohstoffreicher Länder transparent zu machen. Viele dieser Staaten sind trotz ihres natürlichen Reichtums unterentwickelt – ein Zeichen dafür, dass sie ihre Mittel bislang nicht in verantwortlicher Weise nutzen. Das Bild unten zeigt Kinder, die vor einer beschädigten Ölanlage in Nigeria spielen. jun