Vor dem Geld dieses Mannes fürchten sich die Deutschen: Lou Jiwei,Chef des chinesischen Staatsfonds China Investment Corporation (CIC). Mehr als 200 Milliarden Dollar verwaltet die CIC, bis zum Jahr 2011 dürften es eine Billion Dollar sein. Lou Jiwei soll damit weltweit Unternehmensanteile kaufen. Seit Dienstag ist klar: Der 57-Jährige interessiert sich auch für die Deutsche Bahn. Bei einem Treffen mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in Peking bekundete er sein Interesse am Börsengang der Bahn.

Es wäre der erste Testfall für das Außenwirtschaftsgesetz, mit dem sich die Bundesregierung ein Vetorecht gegen ausländische Investoren geschaffen hat. Unausgesprochen richtet es sich vor allem gegen staatliche Investoren aus China und Russland, denen man mehr politische als ökonomische Interessen unterstellt. In Berliner Regierungskreisen heißt es allerdings, man werde die Chinesen nicht an einem Einstieg bei der Bahn hindern.

Bislang ist die CIC vor allem in Finanzwerten engagiert, etwa bei der Investmentbank Morgan Stanley oder dem US-Finanzinvestor Blackstone. Mit beiden Investments hat CIC Geld verloren. Auch deshalb wäre ein Einstieg bei der vergleichsweise soliden Bahn attraktiv. "Wenn wir einen fetten Hasen sehen, dann werden wir ihn erlegen", hatte Lou erst im Frühjahr gesagt. Die Bahn hält er offenbar für ziemlich fett.

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