Ein bisschen Ratlosigkeit hätte in dieser Situation niemanden verwundert. Aber Peter Peters stellt mehrmals fest, dass er kein bisschen ratlos sei. Überhaupt nicht. "Niemand ist ratlos!" Er wiederholt das so hektisch, dass man den Eindruck gewinnt, es herrsche vielleicht doch eine gewisse, na ja, Ratlosigkeit.

Peters ist Geschäftsführer des FC Schalke 04 und zudem Mitglied im Vorstand der Deutschen Fußball Liga. Er debattierte vor einigen Tagen mit Schicksalsgenossen aus der Branche öffentlich unter dem Motto "Quo vadis, Bundesliga?".

Vor knapp einem Jahr hätte man die Frage noch eindeutig beantworten können: Die Bundesliga läuft direkt in die Arme von Leo Kirch. Dem Mann, der in seiner Vergangenheit als mächtigster Medienunternehmer Deutschlands dem Fußball erst Rekordeinnahmen bescherte und dann einige Vereine fast mit in seine Pleite riss.

Er und sein designierter Nachfolger Dieter Hahn hatten die Liga überzeugt, sich von ihrer Sirius SportMedia vermarkten zu lassen. Sie versprachen vom Sommer 2009 an durchschnittlich 500 Millionen pro Saison, garantiert von einer Bank. Der Plan: Kirch und Hahn zielten auf mehr Exklusivität fürs Bezahlfernsehen Premiere und weniger Sportschau. Überdies sollte eine neue Produktionsfirma aufgebaut werden. Mit der hätte Kirch den Abnehmern eine fertige Fußball-Berichterstattung verkaufen können. Dann hätten auch kleinere Netzbetreiber ohne Redaktion beim Poker um die Fernsehrechte am Fußball mitbieten können. Der Wettbewerb wäre schärfer geworden, so das Kalkül, und die Preise wären gestiegen.

Doch das Kartellamt vereitelte den Plan vor einigen Wochen. Es schrieb konkrete Zeiten für die Verwertung im Free-TV aus – quasi eine Bestandsgarantie für die Sportschau. Das Vermarktungskartell soll so auch den Verbrauchern nutzen. Das Sirius-Konzept schien damit tot zu sein.

Einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag hat das Projekt nach Information der ZEIT bislang verschlungen. Die stolze Summe lässt sich nicht allein auf die rund 15 Mann zurückführen, die in München in der Kardinal-Faulhaber-Straße arbeiten. Ein Heer von Beratern stand ihnen zu Seite, offenbar zu hohen Stundensätzen.

Und jetzt? Geht wohl alles zurück auf Start.