Papst Benedikt hat ein Herz für seine Mitmenschen – im wahrsten Sinne des Wortes. Die italienische Zeitung Il Messagero enthüllte vergangene Woche, dass der Heilige Vater schon seit 1980 einen Organspendeausweis mit sich herumträgt und die Weitergabe der eigenen Organe nach dem Tod als einen "Akt der Liebe, der Zuneigung und der Bereitschaft" begreift.

Man muss sich nun gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn der päpstliche Ernstfall eintreten sollte. Dass Benedikt mit gutem Beispiel vorangeht, ist ein deutliches Signal – an seine Kirche, in der der Hirntod als Kriterium fürs Lebensende noch immer umstritten ist, und an seine deutschen Landsleute, von denen im europäischen Vergleich noch immer viel zu wenige den Spenderausweis haben.

Neben irrationalen Ängsten und der Weigerung, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen, spielen bei vielen Menschen gewiss auch diffuse religiöse Motive eine Rolle. Da ist es gut, wenn der Papst klarstellt, dass auch ein Mensch ohne Herz oder Niere komplett im Himmel ankommt.