Deutschlandkarte – die Analyse

Familienunternehmen haben einen guten Ruf, man stellt sich darunter gerne eine Firma vor, deren Chef, einem Großvater gleich, am Ende des Jahres Geschenke verteilt. Spätestens seitdem Maria-Elisabeth Schaeffler mit ihrer Familienfirma aus Herzogenaurach den Aktienkonzern Continental gegen dessen Willen übernommen hat, ahnt man, dass Familienunternehmen nicht nur kuscheln wollen. Sie machen die überwiegende Mehrheit aller deutschen Firmen aus, 94 Prozent aller deutschen Unternehmen gehören Familien – darunter riesige Betriebe wie Metro und Bosch.

Die meisten Arbeitsplätze schaffen die 500 größten Familienunternehmen, die im Westen und Süden ihren Sitz haben, nicht nur in Düsseldorf, Stuttgart und München, sondern oft auch in nicht ganz so großen Städten wie Ulm, Neckarsulm und Herzogenaurach. Dort wirtschaften sie seit Ewigkeiten, dort bleiben sie. Warum sollten sie auch wegziehen? Die unscheinbaren Städte passen doch gut zum braven Image, das die Firmen pflegen.

Redaktion: Matthias Stolz; Quelle: Stiftung Familienunternehmen, Stuttgart 2007

Leseraufruf: Im Frühjahr zeigten wir, in welchen Liedern deutsche Städte besungen wurden. In einer neuen Deutschlandkarte wollen wir diese Sammlung ergänzen. Schicken Sie Ihre "Stadthymne" an stadt-lieder@zeit.de.