Es war fast anmaßend, was die Regierungschefs der EU auf ihrem Frühjahrsgipfel im Jahr 2000 formulierten. Beflügelt vom Boom der New Economy und angetrieben vom portugiesischen Ministerpräsidenten António Guterres, verabschiedeten die Politiker ein auf den ersten Blick größenwahnsinniges Projekt: Europa sollte bis 2010 zur wirtschaftsstärksten Region der Welt werden. "Natürlich war das überzogen", sagt heute ein Kommissionsbeamter rückblickend, während die Professorin Maria João Rodrigues die Ziele verteidigt. Sie hat sie damals mit entwickelt: "Es geht um den Umbau zur Wissensgesellschaft, der allerdings in den Kommunen beginnen muss."