Sie sind hartnäckig, die Züchter und Mäster. Sie geben es nicht auf, uns, die Verbraucher, zu hintergehen. Jetzt geht es mal wieder um die Käfighaltung der Hühner, deren Eier auf deutschen Frühstückstischen stehen und in unseren Kuchen verbacken werden. Und Horst Seehofer, der Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz? Steht hinter der ganzen Schummelei. Seit Jahren bemüht er sich erfolgreich, alle Maßnahmen zu sabotieren, die den Verbraucher schützen und der Landwirtschaft ihre Würde zurückgeben könnten. Der Präsident des Bauernverbands, immer auf der Seite der Monokulturen und der Pharmakonzerne, nannte ihn schon seinen "besten Lobbyisten".

Unter Seehofers Amtsführung wurde es möglich, die Käfighaltung der Hühner fortzuführen. Die hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 1999 als Tierquälerei bezeichnet, und Seehofers Vorgängerin, Renate Künast, hatte sie 2001 verboten. Das Gesetz sollte 2007 in Kraft treten. Doch das Ministerium des Herrn Seehofer hat dies rückgängig gemacht. Die Käfiglobby bringt ab 2009 eine Mogelpackung unter der Bezeichnung "Kleingruppe" auf den Markt. Dahinter verbergen sich kleinere Käfige, die mit Hühnern ähnlich vollgestopft sind wie herkömmliche Legebatterien.

30 Millionen Hennen leben zu jeweils 30 bis 60 Tieren in einer Zelle aus Plastik auf einem Gitterboden, wo sie nicht flattern und schon gar nicht scharren können. Bewegung verschaffen sie sich, indem sie über einander klettern. Die armen Hühner und ihre Eier sollen demnächst unter dem Logo "aus Kleingruppenhaltung" verkauft werden. Das ist Etikettenschwindel. Als würde man ein Abführmittel als Kopfschmerzpille bezeichnen.

Minister Seehofer hat andere Sorgen. Dazu gehört, dass er die von der EU vorgeschlagene Ampelwarnung in Deutschland nicht einführen will. Rot, gelb, grün – so sollten Nahrungsmittel nach ihrem Fett- und Zuckergehalt gekennzeichnet werden. Was jeder verstehen würde, der auf Fette und Zucker möglichst verzichten will: Er würde rot gekennzeichnete Waren im Regal liegen lassen. Genau das aber möchte der Minister Seehofer vermeiden. Hoffentlich schicken die Bayern Beckstein und Huber bei der Landtagswahl Ende des Monats nach Hause! Dann kann Horst Seehofer seinen Job an den Nagel hängen und in Bayern Ministerpräsident werden. Die Tiere würde es den Bayern danken.