Afrikas Chancen auf Wohlstand stehen und fallen mit seiner politischen Entwicklung. Lange litt die Region unter Regimen, die ihre Bevölkerung mehrheitlich in Armut leben ließen. Manche scherten sich schlicht nicht um die Armen, andere blieben Gefangene einer marxistischen Ideologie. In den neunziger Jahren aber verbesserten sich plötzlich die Aussichten für das südliche Afrika. Eine Welle der Demokratisierung begann, der Kommunismus brach zusammen und wurde von einer Ära der Bürgerrepräsentation und der wirtschaftlichen Reformen abgelöst.

Doch im Augenblick wird die Region wieder von politischen und wirtschaftlichen Beben erschüttert, die diese Fortschritte zu untergraben drohen. Die politischen Beben sind die Wahlen in Simbabwe und Südafrika, die die Frage aufwerfen, ob die Demokratie in dieser Region eine Chance hat. Das ökonomische Beben ist der Rohstoffboom, der fragile politische Systeme vor schwierige Aufgaben des ökonomischen Managements stellt.

Aber es gibt Möglichkeiten, wie Afrika mit diesen Schocks umgehen und auf dem Weg zum Wohlstand bleiben kann.

Mit der Ausbreitung der Demokratie entstand die Möglichkeit, Regierungen zur Verantwortung zu ziehen. Im südlichen Afrika geschah dies zum ersten Mal 1991 in Sambia: Der sanfte Autokrat Präsident Kaunda entschied sich für freie Wahlen und wurde deutlich geschlagen. Zehn Jahre später verlor der Präsident von Madagaskar ebenfalls sein Amt, wenn auch nur nach größerem Durcheinander.

Zuletzt allerdings ließ sich Robert Mugabe in Simbabwe durch offene Einschüchterung der Wähler in seinem Amt bestätigen, auch wenn er inzwischen einen Teil seiner Macht in einem unklaren Kompromiss abtreten musste. Damit stellt sich die Frage, ob Gesellschaften, die einerseits über wesentliche Institutionen der Demokratie verfügen, andererseits ihre Regierungen wirklich zur Verantwortung ziehen können. Diese Institutionen gibt es in Simbabwe: Gerichte, ein Parlament, Mehrparteienwahlen. Doch sie reichten nicht aus, um sich dem Machthunger entgegenzustellen.

Die Ereignisse in Simbabwe waren Teil eines erschreckenden Trends – afrikanische Präsidenten verstehen es, sich wählen zu lassen, ohne dafür eine gute Regierungsführung vorweisen zu müssen. Die einfachste Methode ist Wählerbestechung, dafür braucht die Regierung bloß Geld. Wenn das nicht ausreicht, kommt Wahlbetrug hinzu. In aller Regel reicht diese Kombination schon aus, bei den Wahlen kürzlich in Kenia zum Beispiel. Doch Mugabes Regime war so ruinös, dass er zusätzlich die Einschüchterung der Wähler benötigte und damit demonstrierte, dass Gewalt den Wahlsieg sichert.

Wahlen in Angola – über den Ausgang entscheiden die Amtsinhaber