Der Artikel beklagt den Mangel an Ingenieuren. Und wenn ein Ingenieur eingestellt werden soll, "bekommt dessen Frau bei Bedarf ebenfalls ein Jobangebot serviert". Aha. Ein Ingenieur ist also auf jeden Fall männlich. Und seine Ehefrau kriegt vielleicht eine Stelle als Sekretärin oder so ab. Diese Haltung zieht sich leider durch den gesamten Artikel. Für Ingenieursstellen ist immer die Rede von den Männern, die beim Vorstellungsgespräch ihre Ehefrau mitbringen.

Angesichts solcher krassen Ignoranz ist es kein Wunder, wenn Mädchen bei der Berufswahl oft gar nicht erst darauf kommen, dass sie vielleicht auch Ingenieurwesen studieren könnten. Da nützt dann auch das "/in" bei Stellenanzeigen nichts mehr, oder großaufgelegte Aktionen von Staat und Wirtschaft, die mit viel Getöse "Frauen in Ingenieurberufe" bringen wollen.

Es gibt ja immerhin schon ein paar Frauen im Ingenieurwesen. Schade, dass es immer noch Journalisten gibt, die das ignorieren. Die Lektüre dieses Artikels macht deutlich, dass es noch ein langer Weg ist bis zu einer Berufswelt, in der Frauen in Ingenieursberufen eine Selbstverständlichkeit sind. Oder wenigstens sichtbar vorkommen.

Henrietta Hartl, per E-Mail