Seit Juni 2008 ist Norbert Hansen, der zuvor zehn Jahre an der Spitze der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet gestanden hatte, Personalvorstand der Deutschen Bahn und damit zuständig für 237000 Mitarbeiter weltweit. Er folgte seiner früheren Kontrahentin Margret Suckale (Foto) in dieser Position, die es während des Lokführerstreiks zu bundesweiter Bekanntheit brachte. Sie wechselte als Vorstand Personal und Dienstleistungen zur neu gegründeten Tochtergesellschaft DB Mobility Logistics, die trotz ihres englischen Namens eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland ist.

Im Herbst soll sie an die Börse gebracht werden. 24,9 Prozent der Aktien werden dabei in die Hände privater Anleger wechseln, die Muttergesellschaft Deutsche Bahn behält 75,1 Prozent des Kapitals und der Stimmen. Die Infrastruktur der Bahn, also das Schienennetz und die Bahnhöfe, wird auch nach der Privatisierung komplett der Muttergesellschaft gehören, die wiederum vollständig im Bundesbesitz bleiben soll. Konzernchef Hartmut Mehdorn (Foto unten) führt Mutter und Tochter in Personalunion. Kritiker halten das für bedenklich, weil die Interessen der beiden Aktiengesellschaften voneinander abweichen. So dürfte das Verkehrsunternehmen daran interessiert sein, möglichst wenig für die Nutzung der Infrastruktur zu zahlen. Mehdorns gescheiterter Plan für Bedienzuschläge für Fahrkartenverkäufe am Schalter hat einmal mehr gezeigt, dass die Interessen privater Investoren mit denen von Bahnkunden und Politikern schwer zu vereinbaren sind. jun