In der von Männern dominierten Welt der internationalen Geldpolitik ist Gertrude Tumpel-Gugerell eine der wenigen Frauen in einer Top-Position. Die Österreicherin gehört dem Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt an. Das sechsköpfige Gremium führt die Notenbank und bereitet die Zinsentscheidungen vor, die anschließend im Zentralbankrat getroffen werden. Im Rat sitzen außer den Direktoren auch die Vertreter der nationalen Notenbanken.

Tumpel-Gugerell schloss 1975 ihr Studium der Volkswirtschaft in Wien ab und trat in die Österreichische Nationalbank ein. Dort war sie unter anderem für Konjunktur und Finanzmärkte zuständig. Sie ist mit Herbert Tumpel verheiratet, dem Präsidenten der österreichischen Arbeiterkammer.