Wahlkampf ist Arbeit. Harte Arbeit. Zumal in bayerischen Bierzelten können die Kandidaten sie buchstäblich nur im Schweiße ihres Angesichts verrichten. Ja, der hochrote Kopf, das aufgekrempelte Hemd, die sich überschlagende Stimme gehören geradezu zur Grundausstattung des gelungenen Auftritts. Der niedrigtemperierte Bewerber, von dessen Schädel kein Tropfen perlt, hätte wenig Aussicht auf Anklang in diesen politischen Hochtemperaturreaktoren, und so darf sich Günther Beckstein, der Mann hinter dem Tupftuch, wenigstens sicher sein, landestypisch aufzuglühen. Aber wer ihn dieser Tage betrachtet, kommt kaum umhin, sich zu fragen, ob der feuchte Glanz auf seinem Kopf allein auf sein unermüdliches Engagement zurückgeht oder ob sich da nicht noch ein anderer Saft hineinmischt, ein kalter, unschöner Film – die Angst? wfg

Heute: 8.9.2008

Foto (Ausschnitt): Peter Kneffel/dpa