1. Der Schneider

Benedikt XVI. habe die Brüder Filippo und Annibale Gamarelli am Minervaplatz, "Sartoria per ecclesiastici", Schneider für Geistliche und eben auch für Päpste seit 1793, in Ungnade fallen lassen und kaufe nun bei Euroclero am Petersplatz von der Stange, schrieben zuerst italienische, dann internationale, darunter auch namhafte deutsche Zeitungen. Dazu äußert sich hic et nunc erstmals und definitiv Roberto Cattaneo, Juniorchef von Euroclero: "Wahr ist nur, dass bei uns einige Leute Geschenke für den Papst kauften. Verstehen Sie, man hat eine Audienz im Vatikan und bringt etwas mit. Das ist alles. Der neue Papst hat hier nicht bestellt." Und bei Gamarelli? Dort fliegt einfach raus, wer solche delikaten Fragen stellt. Und zwar in weniger als einer Minute, und die eben überreichte Visitenkarte gibts gleich zurück. Das allein Päpsten vorbehaltene weiße Scheitelkäppchen im Schaufenster der Gamarellis – Pileolus genannt oder auch Soli Deo, weil es der Papst vor der Hostie abnimmt, also nur vor Gott – ist Antwort genug auf die Frage, wer in Rom für wen schneidert und wer nicht.

2. Die Schuhe

Längst widerlegter Unsinn: Der Papst trägt nicht Prada, der Papst trägt Papst. Die ebenso eleganten wie gerüchtauslösenden nahtlos roten Kalbslederschuhe liefert ihm der Schuhmacher Adriano Stefanelli aus der Stadt Novara im Piemont, unweit von Mailand.

3 . Der Schulterbehang

Das weiße Pallium in Y-Form wird nur für den Papst von Nonnen aus Lammwolle gewebt – die Symbolik des Hirten, der das kranke Lamm auf seine Schultern nimmt. Auch hier waren Sechziger-Jahre-Schlieren zu beseitigen, eine Art Pop-Pallium mit keckem Halsschwung war in Mode gekommen. Benedikt hat es wieder vereinfachen und mit roten Kreuzen besticken lassen. Auch hier: Besinnung aufs Klassische, auf die langen Wellen der Tradition.

4 . Der Kreuzstab