Zunächst einmal: Eine Glühlampe (so der korrekte Fachausdruck für die herkömmliche Glühbirne) ist eher eine Heizung als eine Lichtquelle: Nur fünf bis zehn Prozent der elektrischen Energie wandelt sie in Licht um, der Rest geht als Wärme verloren. Daher die Kampagnen für Energiesparlampen, und daher auch die Überlegungen der EU, Glühlampen ganz zu verbieten.

Aber spart man wenigstens Energie, wenn man die Glühlampe herunterdimmt? Wäre der Dimmer ein gewöhnlicher regelbarer Widerstand, dann würde er die Energie, die er nicht an die Lampe weiterleitet, als Wärme verbraten. Die Schalter sind aber pfiffiger: Sie lassen den Wechselstrom nur in gewissen Phasen durch (entweder am Ende der Sinuskurve, dann nennt man sie "Phasen an schnittsregler", oder am Anfang, dann handelt es sich um "Phasen ab schnittsregler"). Und nur in dieser Zeit wird Energie verbraucht. Man kann sich das vereinfacht so vorstellen, dass hundertmal pro Sekunde der Strom ein- und ausgeschaltet wird. Weil die Glühfäden von Glühlampen träge reagieren, flackert die Birne dabei nicht, sondern glimmt nur schwächer.

Allerdings sinkt mit der Glühtemperatur der Lampe auch deren Wirkungsgrad. Das heißt, bei halbem Strom beträgt die Lichtausbeute nur etwa ein Viertel. Wer also ständig den Dimmer heruntergedreht hat, der sollte lieber eine schwächere Birne kaufen.

Auch Halogenlampen lassen sich auf diese Weise dimmen. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen dagegen vertragen das ewige An und Aus nicht. Inzwischen gibt es aber auch dimmbare Energiesparlampen, die sich mit einem speziellen elektronischen Dimmer regeln lassen. Christoph Drösser

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