DIE ZEIT: Herr Matthäus, nun sind Sie in Ihrer Trainerlaufbahn bei Maccabi Netanya gelandet. Nicht gerade eine internationale Spitzenmannschaft.

Lothar Matthäus: Aber eine interessante Aufgabe, wie alle anderen zuvor: Ungarns Nationalmannschaft, Partizan Belgrad, Rapid Wien, beide mit großer Tradition, dann Salzburg, die Nummer eins in Österreich. Also, ich kann keinen Makel entdecken.

ZEIT: Der israelische Fußball zählt nicht zu den ersten Adressen, nicht mal zu den zweiten. Haben Sie keine besseren Angebote?

Matthäus: Ich hatte Anfragen, die sportlich interessanter waren. Wie ernsthaft das war, weiß ich nicht, ich habe sie nicht weiter verfolgt, sondern das israelische Angebot angenommen.

ZEIT: Warum? Geld wird bei einem so kleinen Verein nicht im Überfluss fließen.

Matthäus: Den Ausschlag hat meine Beziehung zu dem Land gegeben. Ich habe seit einigen Jahren eine Menge Freunde hier, mir gefällt das Land, mir gefallen die Menschen hier. Ich bin hier auch vor meiner Zeit bei Maccabi immer offen, herzlich und voller Wärme aufgenommen worden.

ZEIT: Sie sind der erste deutsche Trainer hier.