Der italienische Fotograf Raffaele Celentano zeigt die Menschen seiner Heimat von ihrer liebenswürdigen Seite: sizilianische Schäfer mit Lachfalten im Gesicht, plaudernde Hausfrauen in der Gasse eines toskanischen Dorfes, römische Romméspieler, die über eine gewonnene Partei jubeln. Italia, amore mio heißt der Bildband, der die alltägliche Lebensfreude zwischen Venedig und Palermo einfängt (unser Bild zeigt Jugendliche in Neapel). Celentano lichtet rührende Szenen ab – und auch komische: So belehrt eine winzige Nonne einen bulligen Polizisten, der sie um drei Köpfe überragt. Überhaupt wirft der Fotograf gern ein Auge auf die Frauen, vor allem auf die jungen und schönen. Da hält er es mit Alberto Moravia. "Wenn die Passion fehlt, fehlt alles", sagte der Schriftsteller, der neben vielen anderen Dichtern, Philosophen und Schauspielern in den knappen Begleittexten zu den Bildern zitiert wird. Leider passen die Sentenzen nicht immer zum Motiv, oft erzeugen sie Klischees, die Celentano mit vielen ironischen Einstellungen doch gerade brechen wollte. UL

Raffaele Celentano: "Italia, amore mio". ars vivendi Verlag, Cadolzburg 2008; 128 S., 16,90 €