Unsere drei Gesprächspartner haben zwar mehrmals die Arenen gewechselt, blieben aber dem Vorhaben verschrieben, frischen Wind in die deutsche Hochschullandschaft zu bringen.

Der Physiker Jörg Dräger, 40, ist seit Juli 2008 Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung für den Bereich Bildung und Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Vorher war Dräger von 2001 an parteiloser Wissenschaftssenator in Hamburg. Wegen seiner aktiven Reformpolitik lobte ihn der ehemalige Erste Bürgermeister der Hansestadt, Klaus von Dohnanyi (SPD), als "wirkungsvollsten Wissenschaftssenator seit 1945". Kritiker schmähten ihn als "Totengräber der Geisteswissenschaften". Nach Studium und Promotion in den USA arbeitete Dräger als Unternehmensberater und war Geschäftsführer der privaten Hamburger Hochschule Northern Institute of Technology (NIT).

Stephan Gutzeit, 39, ist Vorstandsmitglied der Stiftung Charité in Berlin. Stifterin ist die Bad Homburger Unternehmerin Johanna Quandt. Aktuell unterstützt er den Aufbau eines Wagniskapitalfonds für biomedizinische Ausgründungen an der Charité. Zudem berät er mehrere Universitäten und Stiftungen. Vorher engagierte sich Gutzeit bei der Gründung des European College of Liberal Arts (Ecla) in Berlin, einer privaten Hochschule mit humanistischem Profil, das ein Studium generale, unterrichtet in englischer Sprache, anbietet. Er hat Chemie und Philosophie an der Stanford-Universität in Kalifornien und in Harvard studiert und arbeitete ebenfalls als Unternehmensberater.

Der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler Sascha Spoun, 39, ist seit 2006 Präsident der Leuphana Universität Lüneburg. Die Entwicklung der Universität zielt auf ein humanistisches Studienmodell mit College, Graduate und Professional School sowie vier transdisziplinäre Forschungsschwerpunkte. Vorher leitete er die Neukonzeption der Lehre an der Universität St. Gallen in der Schweiz.

Wesentliches Ziel war es, allen Studenten fächerübergreifende Methoden und kulturelle und geisteswissenschaftliche Kompetenz zu vermitteln. Spoun studierte in St. Gallen, an der Sciences Po und der HEC in Paris und der University of Michigan Business School in den Vereinigten Staaten.