Es erinnerte an das Warten zu Silvester: Um Punkt Mitternacht wurde vor dem Reichtagsgebäude in Berlin die deutsche Flagge hochgezogen und Hunderttausende von Menschen tanzten auf den Straßen. So sah es am 3. Oktober 1990 in der Hauptstadt aus. Seither wird an diesem Datum der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Denn am Freitag vor 18 Jahren wurde aus zwei deutschen Staaten wieder ein Land. Es gab keine Aufteilung mehr in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten.

Zu der Teilung war es nach dem Zweiten Weltkrieg gekommen. Dort wo heute die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind, entstand 1949 ein eigener Staat – die DDR. Die DDR wollte ein gerechtes Land sein, in dem alle gleich reich waren. Doch die Macht lag allein bei einer Partei, und freie Wahlen gab es nicht. Viele Menschen verließen in den ersten Jahren die DDR. Deshalb schloss der Staat 1961 die Grenzen und baute in Berlin eine Mauer. Familien wurden getrennt, Freunde durften sich nicht besuchen. Wer aus der DDR über die Grenze wollte, wurde erschossen oder kam ins Gefängnis! 1989 gingen viele Menschen in der DDR auf die Straße. Sie wollten, dass sich etwas ändert. Und hatten Erfolg: Am 9. November 1989 wurden die Grenzen geöffnet. Knapp ein Jahr später hörte die DDR endgültig auf zu existieren. Seitdem gibt es die Bundesrepublik, wie wir sie heute kennen.