Schon vor einigen Jahren sind die Unternehmensberater und Controller in die Krankenhäuser eingezogen – wenn die Kliniken nicht gleich von einer der großen Ketten übernommen wurden. Nach einer Prognose der Unternehmensberatung McKinsey werden bis 2015 mehr als 40 Prozent aller Krankenhäuser privatisiert sein. Große Konzerne wie Rhön-Klinikum, Sana oder Helios kauften in den vergangenen Jahren gleich zu Dutzenden schwächelnde Hospitäler auf. Oft erzielten sie anschließend gute Gewinne. Das liegt an der Einkaufsmacht der Konzerne, an der Spezialisierung auf lukrative Behandlungen und oft auch am Management. Dass die Behandlung in den privatisierten Kliniken deswegen nicht schlechter ist, zeigen eine ganze Reihe Untersuchungen.

Aber auch kleineren öffentlichen Häusern blieb gar nichts anderes übrig, als ökonomischer zu wirtschaften als bisher. Ein Grund dafür ist die Einführung von Fallpauschalen vor zwei Jahren. Sie sorgen dafür, dass die Klinik pro Patient je nach Krankheit und Therapie einen festen Satz erhält – es lohnt sich also, Patienten nicht länger als unbedingt nötig im Haus zu halten. Die Fallpauschalen bedeuteten eine weitere Ökonomisierung des Gesundheitssystems, schrieb das Deutsche Ärzteblatt – und "das Ende der Barmherzigkeit der Intransparenz".