Für die gesetzlichen Krankenkassen ändert sich besonders viel: Von November an gilt ein einheitlicher Beitragssatz für alle. Die Regierung legt ihn am 8. Oktober fest. Dann funktioniert auf einen Schlag das Geschäftsmodell vieler kleiner Kassen nicht mehr, die mit niedrigen Beitragssätzen gezielt um junge und gesunde Mitglieder warben. So wird mit dem Start des Fonds auch umverteilt zwischen Jungen und Alten, Kranken und Gesunden. Viele junge Gutverdiener, die zu Billigkassen abgewandert sind, zahlen mehr. Die teuren Kassen, etwa die AOK in Berlin oder die im Saarland, werden ihre Beiträge senken – und davon profitieren Alte und Kranke, die unter ihren Mitgliedern überdurchschnittlich vertreten sind.

Allerdings werden nicht alle Kassen mit den Einnahmen aus dem Einheitsbeitrag auskommen. Einige werden Zusatzbeiträge erheben müssen, gut wirtschaftende Kassen werden Boni auszahlen. Beides wird nur ausnahmsweise bereits 2009 stattfinden, mittelfristig aber nicht ungewöhnlich sein. Im Wahljahr wird es Zusatzbeiträge schon deshalb selten geben, weil, so der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem, "jede Kasse vermeiden will, die erste zu sein, die einen Zusatzbeitrag erhebt". Außerdem wollen sich die Ortskrankenkassen, von denen einige besonders teuer sind, untereinander helfen, um Extra-Beiträge zu vermeiden.