Ihr Artikel suggeriert, lediglich von Monsanto gekaufte Wissenschaftler würden der grünen Gentechnik aufgeschlossen gegenüberstehen. Dass dem mitnichten so ist, zeigt das Beispiel Norman Borlaug: Der Friedensnobelpreisträger und "Vater der grünen Revolution", die in den fünfziger und sechziger Jahren dank Kunstdünger und der Entwicklung von Hochertrags-Getreidesorten zum massiven Rückgang der Hungersnöte in Asien beitrug, bezeichnet die Kontroverse um die Pflanzengentechnik als "eine Debatte der Reichen auf Kosten der Armen" und plädiert für die zügige Entwicklung dürreresistenter Gewächse.

Allerdings ist auch er besorgt über die potenzielle Konzentration von Besitzrechten an Pflanzensorten in den Händen weniger Firmen, was auch die Autorinnen zu Recht aufgreifen. Dass es neben Monsanto & Co. auch den Bereich der öffentlichen Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen gibt – zum Beispiel die Entwicklung von virusresistentem Maniok, einem Grundnahrungsmittel in großen Teilen Afrikas –, erfährt der Leser nicht. Und genau diesen Bereich gilt es zum Wohle der Menschen in den Ländern des Südens zu stärken, statt mit Angstkampagnen à la Greenpeace auf Spenderfang zu gehen.

Michael Haß, Salzgitter