Amerikas Regierung ist in diesen Zeiten nicht eben kleinlich – was den Banken recht ist, soll den ebenfalls stark angeschlagenen einheimischen Autobauern billig sein: Die "Detroit Big Three", also General Motors (GM), Ford und Chrysler sollen vom Staat günstige Kredite in Höhe von 25 Milliarden Dollar bekommen, damit sie möglichst rasch sparsame Autos auf die Straße bringen. Seit Monaten hatten die Konzernbosse Rick Wagoner, Alan Mulally und Bob Nardelli in Washington Druck gemacht. Trotz massiven Personalabbaus, Fabrikschließungen und Notverkäufen von Tochterfirmen kommen sie nicht aus den roten Zahlen – weil sie allzu lange auf große Spritschlucker setzten. Jetzt gammeln Abertausende Geländewagen, Pick-ups oder Vans auf den Höfen der Händler unverkauft vor sich hin. Der Großkredit soll den einheimischen Herstellern nun helfen, den Vorsprung der Japaner und Deutschen bei sparsamen Fahrzeugen mit Hybrid- oder Dieselantrieben möglichst rasch wettzumachen.

Als "eindeutige Wettbewerbsverzerrung" bezeichnet ein deutscher Automanager das Hilfspaket für die US-Konkurrenz, doch namentlich möchte er lieber nicht genannt werden. Von BMW über Daimler bis VW/Audi befürchtet man offenbar, dass Kritik in den USA als unpatriotisches Verhalten gewertet würde. Schließlich gehören die Vereinigten Staaten trotz der derzeitigen Flaute nach wie vor zu den wichtigsten Märkten für die deutschen Nobelmarken. Und auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt mag sich nicht zu einem offiziellen Protest durchringen. Mit Opel (GM) und Ford Deutschland gehören zwei Töchter der US-Konzerne zu seinen Mitgliedern, und Daimler ist gerade dabei, dem Finanzinvestor Cerberus seinen verbliebenen 19-Prozent-Anteil an Chrysler anzudrehen.

Zudem fühlen sich die deutschen Hersteller in den USA immer noch vergleichsweise stark: Während die Big Three von Januar bis August 19 Prozent weniger Autos verkauften, konnten die Deutschen sogar noch um ein Prozent zulegen. Erst jetzt sind GM und Ford dabei, das Potenzial ihrer europäischen Töchter zu nutzen und deren kleine Modelle auch verstärkt in den USA zu produzieren. Mit Hilfe des Kredits planen sie außerdem, möglichst bald mehr Diesel-, Hybrid- und auch Elektromodelle wie den Chevrolet Volt auf den Markt zu bringen. dhl

Na so was, eine aufregend gute Nachricht von der Börse, nachgerade prickelnd! Das bisher nur in gewissen Party-Kreisen bekannte Unternehmen RICH Sales & Marketing aus Memmingen/Schwaben will den Gang ans Frankfurter Parkett wagen. Helfen mit einer paneuropäischen Promotionstour soll dabei Paris Hilton (Bild unten), die bisher schon für die Vermarktung des einzigen Produkts der Firma zuständig war – eines in Dosen (!) vertriebenen Prosecco. "It’s yummy", befand das US-Girl auf einer Party in Ischgl über das Gesöff. Wow! Wenn sie das auch an der Börse sagt – die Händler werden ihr zu Füßen liegen und die ganze Finanzkrise vergessen. Ten

Im Europäischen Parlament spitzt sich der Streit um die künftigen Schadstoff-Höchstwerte für Autos zu. Vergangene Woche hatte sich der Umweltausschuss überraschend dagegen ausgesprochen, Klimaschutzvorgaben für Autohersteller deutlich aufzuweichen, und war damit der Linie von Umweltkommissar Stavros Dimas gefolgt. Der verlangt, dass Neuwagen ab 2012 nur 120 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen dürfen – das entspricht einem Verbrauch von gut vier Litern. Für jedes Gramm darüber fordert Dimas ein saftiges Bußgeld, bis zu 95 Euro je Gramm.

Der Industrieausschuss unter Federführung des CDU-Abgeordneten Werner Langen hatte zuvor gefordert, die Festlegung des Grenzwerts von 120 Gramm zeitlich zu verzögern, um der Industrie Zeit zu geben, ihre Produkte umzustellen. Zudem sollten mögliche Strafen für die Hersteller abgemildert werden.

Jetzt will Langen das Votum des Umweltausschusses mit einem taktischen Manöver umgehen: "Der Umweltausschuss spiegelt das Gesamtplenum nicht wider", sagt er. Verhandlungen sollten erst nach der Parlamentsabstimmung im November aufgenommen werden.