Tino Fritsch, 34: MBA in Communication

Noch einmal zur Uni gehen? Tino Fritsch kann viele Gründe nennen, die dafür sprechen. Fritsch ist Pressesprecher, und er sagt, dass die Anforderungen an seinen Job steigen. "Die Journalisten sind oft selbst sehr bewandert in wirtschaftlichen Fragen – und auch intern will ich bei Bilanzfragen dem Vorstand auf Augenhöhe begegnen." Nur kommunizieren können reicht nicht, und Fritsch will auch nicht nur ewig als der gelten, der Texte redigiert. "Als Unternehmenssprecher sollte man Entscheidungen nicht nur verkünden, sondern mitgestalten", sagte er sich – und bewarb sich vor zwei Jahren an der TU München für den Teilzeit-Studiengang "Executive MBA in Communication and Leadership".

Der Studiengang verbindet Kommunikations- und Wirtschaftsthemen und kostete damals 28500 Euro. Weil zusätzlich auch noch Kosten für Auslandsaufenthalte anfielen, kam Fritsch auf rund 37000 Euro. Zwar warnte ihn ein Freund vorher noch: "Wenn du das machst, dann hast du auch soziale Kosten. Da gehen schon mal Beziehungen in die Brüche." Doch Fritsch holte trotzdem Referenzschreiben ein, machte einen Englischtest, überstand das Auswahlgespräch – und begegnete von da an täglich seinem inneren Schweinehund. "Ich habe fünf Tage die Woche gearbeitet", sagt er, "und musste nachts und am Wochenende Hausarbeiten, Klausuren und Präsentationen vorbereiten."

Innerhalb von 15 Monaten fielen acht einwöchige Präsenzzeiten an. Auch die anderen waren berufstätig, und genau deshalb, sagt Fritsch, habe man auch so viel voneinander gelernt. Ideen sollten entwickelt, Businesspläne aufgestellt werden – Fallstudien, die im MBA-Studium typisch sind. Der Geschäftsführer eines Zeitungsverlags etwa wollte Vorschläge von ihnen: Was könnte der Verlag machen, um die Marke auszuweiten? Und an der Columbia University in New York diskutierten die Teilnehmer über neue Kommunikationstechnologien, Blogs, die Veränderung der Medienlandschaft. Heute ist Tino Fritsch Konzern-Pressesprecher der SGL Group, die weltweit 38 Standorte hat. "So einen Job bekommt man nicht nur, weil man einen MBA hat", sagt Fritsch, "aber wer weiß, ob ich ihn ohne bekommen hätte?"

Markus Heilig, 36: MBA für Führungskräfte

In Wirtschaftsfragen kannte er sich eigentlich schon aus: Markus Heilig hat BWL studiert und arbeitet schon acht Jahre bei der Dresdner Bank, als er plötzlich das Gefühl bekommt: Zu viel hat sich verändert, die Märkte sind globalisiert, die Mitarbeiter kommen von überallher. Zu diesem Zeitpunkt ist er Abteilungsleiter, führt ein Team von 18 Leuten. Und wüsste deshalb gern mehr über Theorien, die sich mit Fragen der Führung beschäftigen; in seinem BWL-Studium ging ihm das nicht tief genug.