DIE ZEIT: Zum zweiten Mal musste die Bundesregierung die Hypo Real Estate retten. Ist der Zusammenbruch nun abgewendet?

Hilmar Kopper: Ich wage das nicht definitiv zu sagen und kann nur hoffen, dass die Zahlen jetzt stimmen.

ZEIT: Erst 35 Milliarden, eine Woche später 50 Milliarden – wie kann das passieren?

Kopper: Das habe ich mich auch gefragt. Offensichtlich kannte das Management – entweder absichtlich oder aus Dummheit – die eigenen Zahlen nicht. Bankenaufsicht und Aufsichtsrat haben ebenfalls nichts gemerkt. Es ist ja geradezu ein Witz, dass das wahre Loch erst sichtbar wird, nachdem eine von der Deutschen Bank – nicht etwa von BaFin oder Aufsichtsrat – geschickte Truppe die Bücher geprüft hat.

ZEIT: Warum soll der Staat Banken retten? Warum soll am Ende der Steuerzahler einspringen?

Kopper: Ob das den Steuerzahler Geld kosten wird, ist dahingestellt. Das weiß man immer erst, wenn abgerechnet wird. Im Fall der Hypo Real Estate haben wir es zunächst mit Garantien zu tun, für die es Sicherheiten gibt. Wenn die Garantien nicht in Anspruch genommen werden, dann wird am Ende vielleicht gar kein Geld gezahlt. Warum der Staat überhaupt helfen muss? Ich glaube, er muss hier rein, weil es längst nicht mehr nur um einzelne Institute geht, sondern um das System als Ganzes. Es ist seine Aufgabe, ein Übergreifen der Probleme auf die Volkswirtschaft zu verhindern – zum Wohle der Bürger und des Staates selbst.

ZEIT: Warum sollen diejenigen, die an den Exzessen verdient haben, gerettet werden? Warum sorgt man nicht dafür, dass die Vorstände haften?