Dass es Filmregisseure mit der Physik nicht immer ganz genau nehmen, wurde an dieser Stelle schon mehrmals bemängelt. Etwa als es darum ging, ob brennende Autos explodieren. Und auch das »Plopp«, das eine schallgedämpfte Waffe angeblich macht, ist eine Kinofiktion.

Der Knall, der bei einem Pistolen- oder Gewehrschuss entsteht, hat mehrere Ursachen: Zunächst explodiert das Schießpulver in der Patrone, wenn es gezündet wird. Heiße Gase breiten sich aus und treiben mit ihrem Druck die Kugel durch den Lauf. Wenn die aus der Mündung austritt wie ein Korken aus einer Champagnerflasche, können die Gase sich schlagartig ausdehnen – zweiter Knall. Weil die meisten Projektile die Waffe mit Überschallgeschwindigkeit verlassen, gibt es noch den Überschallknall der fliegenden Kugel.

Ein Schalldämpfer beeinflusst nur Knall Nummer zwei, indem er mit einem ausgeklügelten System von Luftkammern die Gase dazu bringt, sich kontrolliert auszudehnen. Auf die beiden anderen Schallquellen hat er keinen Einfluss. In Zahlen ausgedrückt: Der Schall wird um etwa 30 Dezibel (dB) reduziert. Das ist eine Menge, aber es macht aus einem Knall von 150 dB, der Menschen ertauben lassen kann, ein Geräusch, das immer noch dieselbe Größenordnung hat wie der Lärm einer Disko. Definitiv kein »Plopp«.

Wenn zum Beispiel Sondereinsatzkommandos Schalldämpfer verwenden, dann geht es auch nicht darum, sich vor dem Gegner zu verbergen – es sollen vor allem die Ohren der Schützen geschont werden, wenn sie in geschlossenen Räumen ihre wahrhaft ohrenbetäubenden Schüsse abgeben. Christoph Drösser

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