DIE ZEIT: Sie studieren internationale Theologie in der Türkei. Was wollen Sie damit werden?

Zahra Yilmaz: Ich kannte die Türkei nur vom Urlaub, und schon seit langer Zeit hatte ich davon geträumt, hier in Istanbul zu studieren. Ich bin zwischen den beiden Kulturen aufgewachsen. Zwar habe ich selbst nie Probleme gehabt, aber ich weiß, dass es für viele Kinder aus Migrantenfamilien ein Problem ist, dass die Imame in den Gemeinden keine richtigen Ansprechpartner sind. Wenn mir ein Imam, der vor einem halben Jahr aus der Türkei gekommen ist, sagt: "Ich kann dich verstehen", fühle ich mich verarscht. Es ist ein Problem, dass die Imame aus dem Ausland importiert werden, und es ist gut, dass sich das endlich ändert.

DIE ZEIT: Aber weibliche Imame gibt es weder in Deutschland noch in der Türkei.

Yilmaz: Bis ich fertig bin, kann sich ja noch einiges ändern! Ansonsten gibt es im Bereich Religionsvermittlung auch anderswo genug zu tun.

DIE ZEIT: Herr Sahinarslan, was hat Sie hergeführt?

Murat Sahinarslan: Ich bin lange Zeit Begleiter der Imame in Lübeck gewesen, habe etwa für sie übersetzt, wenn sie offizielle Termine hatten. Später würde ich gerne mal in einem Ministerium arbeiten und die Integration fördern. Es macht mir Spaß, Lösungen für Probleme zu finden.

DIE ZEIT: Was sind eigentlich die Probleme der Jugendlichen?