Die rund 4000 Imame, die in Deutschland vorbeten, werden in der Regel von der türkischen Religionsbehörde geschickt oder von den muslimischen Gemeinden aus dem Ausland angeworben. Die wenigsten sprechen Deutsch, wenn sie ins Land kommen, und viele der rund 3,5 Millionen Muslime in Deutschland sehen es als Problem, dass ihre Imame schlechter in die Gesellschaft integriert sind als sie selbst. Seit Jahren wird gefordert, Imame für Deutschland auch an deutschen Universitäten auszubilden. Doch bisher gibt es nur Modellversuche. Die Nichtanerkennung des Islams als Religionsgemeinschaft steht der Ausarbeitung einer Prüfungsordnung für islamische Theologen im Wege.

Seit 2006 gibt es in Ankara und seit einem Jahr nun in Istanbul den Studiengang internationale Theologie, der dieses Problem beheben soll: Er ist speziell für Türken mit Migrationserfahrung gedacht. Gut die Hälfte der Studenten ist in Deutschland geboren und aufgewachsen.

Murat Sahinarslan, 29, stammt aus Lübeck. Er hat zunächst Betriebswirtschaftslehre in Heide studiert, aber das war nicht das Richtige für ihn. Jetzt ist er in Ankara eingeschrieben. Zahra Yilmaz ist 25 Jahre alt und Verwaltungsangestellte in Hamburg. Für das Studium in Istanbul wurde sie beurlaubt. Ihr Studienkollege Murat Karacan, 21, kommt aus Iserlohn in Nordrhein-Westfalen.

Foto: Ahmet Özay