Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1

Eigentlich müsste das Label ja "Soli Gardiner Gloria" heißen. Immerhin hatte der britische Dirigent John Eliot Gardiner Soli Deo Gloria gegründet, um die Aufnahmen seines guinnessrekordverdächtigen Projekts zu vermarkten, sämtliche Bachkantaten innerhalb eines Jahres kirchenkalendarisch korrekt von Weimar bis New York aufzuführen. Nun hat der historische Aufführungspraktiker eine neue Reihe aufgelegt: Johannes Brahms’ Chorwerke und Sinfonien. Er vermeidet dabei die "dicke Soße" (Gardiner) des typisch Karajanschen Melos. Brahms’ Erstling klingt mit Naturhörnern und ohne Streicher-Vibrato wunderbar pur, roh, fast archaisch. Gardiner möchte "tänzerische" Elemente zutage fördern, mit den durchweg sportlichen Tempi tut er allerdings weder seinem Orchestre Révolutionnaire et Romantique noch Brahms einen Gefallen. clemens matuschek

Soli Deo Gloria