Die Menschen sind die einzigen Säugetiere, die das Feuer lieben. Über eine Million Jahre ist es her, dass sie mit seiner Nutzung begannen – und zwar nicht nur bei der Zubereitung von Nahrung oder als Lagerfeuer. Ökologisch entscheidend war vielmehr der Einsatz von Feuer zur Jagd.

Paläolitische Jäger veranstalteten Treibjagden, bei denen sie Flächenbrände entfachten, wodurch die Jagdbeute in Engpässe getrieben wurde oder Abgründe hinabstürzte. Diese Methode war alles andere als umweltfreundlich. Es kamen dabei weit mehr Tiere um, als genutzt wurden, und es gab "Kollateralschäden" an der Vegetation. Schätzt man die Energiemenge, die auf diese Weise umgesetzt wurde, so lag der jährliche Energieverbrauch eines Jägers etwa bei dem Zehnfachen eines heutigen US-Amerikaners.

Dies war nur möglich, weil die Bevölkerungsdichte sehr gering war. Mit dem Übergang zum Ackerbau vor etwa 10000 Jahren waren dann ein globales Bevölkerungswachstum und eine Verdichtung der Bevölkerung verbunden. Die Bauern versuchten, die Biomasse, die auf einer bestimmten Fläche verfügbar war, für sich zu monopolisieren. Sie schöpften nicht nur die Energie ab, die in ihrem Lebensraum natürlich verfügbar war, sondern strebten auch eine Kontrolle und Manipulation der Energieströme an.

Die Grundlage der Landwirtschaft war schon immer eine Art Biotechnologie: Die von der Sonne einstrahlende Energie wurde primär durch die Fotosynthese von Pflanzen eingefangen und chemisch gebunden, sekundär von Tieren umgewandelt und schließlich in eine für den Menschen brauchbare Form gebracht. Das Agrarsystem nutzte vor allem Lebewesen als Energiekonverter: als Nahrungsmittel, als Werkzeug, als Baumaterial, als Kraftquelle und als Transportmittel. Versucht wurde, Lebensprozesse unter Kontrolle zu bringen: Der Mensch rodete Wälder, legte Äcker an, säte und pflanzte, bewässerte und brannte ab, züchtete und rottete aus, schützte seine Nützlinge und bekämpfte die Schädlinge.

Diese Strategie war lange Zeit sehr erfolgreich. Durch eine Vielzahl von Methoden wurde der energetische Wirkungsgrad bei der Nutzung von Solarenergieströmen verbessert, was bedeutete, dass immer mehr Menschen von einem Hektar leben konnten. In einfachen Brandrodungswirtschaften lag der Energieumsatz pro Kopf etwa bei dem Vierfachen des heute in Industriegesellschaften üblichen. In der reifen Agrargesellschaft, die auf einem komplexen System der Nutzung von Flächen beruhte, sank er auf etwa ein Drittel des heutigen Energieumsatzes.

Die Landwirtschaft ermöglichte eine drastische Steigerung der Weltbevölkerung. Vor 10000 Jahren lebten etwa 5 Millionen Menschen auf der Erde. In der Endphase der Agrargesellschaft vor rund 200 Jahren war es rund eine Milliarde. Damit war aber das Potenzial der traditionellen solarenergetischen Landwirtschaft weitgehend ausgereizt.

Als kontrolliertes Solarenergiesystem hatte die Landwirtschaft einen Preis. Sie war von der Fläche abhängig, auf der Pflanzen für die verschiedenen Zwecke angebaut werden konnten: Ackerland für menschliche Nahrung, Weideland für die (Arbeits-) Tiere, Wald für Brennstoffe und Baumaterial. Die heute wieder aktuelle Debatte darüber, ob man Biomasse lieber für die Mobilität, als Brennstoff oder als Nahrungsmittel verwenden soll, ist sehr alt. Flächen konnten in dichter besiedelten Gebieten nicht vermehrt werden. Dies ist ein Grund dafür, dass es Krieg um Ressourcen gab, vor allem um Flächen. Diese Kriege waren letztlich Kriege um Energie.