Deutschlandkarte – die Analyse

Es ist oft ein schwieriger Moment für einen Mainzer, wenn er von fremdsprachigen Menschen gefragt wird, aus welcher Stadt er stamme. Sie wollen sein "Mainz" oft einfach nicht verstehen. Auch Aachener oder Regensburger kennen diesen Moment, denn ihre Städte haben in anderen europäischen Sprachen besonders eigenwillige Namen – in der Sprachwissenschaft Exonyme genannt.

Meistens haben sie historische Gründe, oder sie wurden erfunden, weil sie sich besser aussprechen lassen. "Brunswick" geht einem Engländer leichter über die Lippen als "Braunschweig", "Lipsia" einem Italiener besser als "Leipzig". Franzosen und Spanier benutzen besonders hemmungslos eigene Namen – umgekehrt haben die Deutschen eine deutlich größere Scheu, es ihnen nachzutun.

Soll man das ungerecht finden und sich beklagen? Keinesfalls. Wie schön ist es doch für Stuttgart oder Leipzig, Namen zu haben, die so wunderbar nach Urlaub klingen.

Redaktion: Matthias Stolz; Recherche:Nele Heinevetter

Leseraufruf: Im Frühjahr zeigten wir, in welchen Lieder deutsche Städte besungen wurden. In einer neuen Deutschlandkarte wollen wir diese Sammlung ergänzen. Schicken Sie Ihre "Stadthymne" an stadt-lieder@zeit.de.