Noch bis zum 31. Oktober kämpfen in der Bonner Bundeskunsthalle der Inder Viswanathan Anand und der Russe Wladimir Kramnik bei ihrem WM-Match um einen Preisfonds von 1,5 Millionen Euro. Man kann dabei den Livekommentaren der Großmeister Jussupow, Bischoff und ihres Chronisten lauschen, aber auch an etlichen Rahmenveranstaltungen teilnehmen, nicht zuletzt im Jahr der Mathematik beim schachbegeisterten Professor Christian Hesse. Im Internetfernsehen sind die Partien unter www.uep-worldchess.com live zu verfolgen.

Die Hauptsponsoren Evonik und Gasprom sind Energieunternehmen, und Energie und unbedingte Hingabe ans Schachspiel brauchen natürlich auch die beiden Protagonisten. Es muss ja nicht gleich wie in der Reisebeschreibung des arabischen Historikers Al-Masudi um das Jahr 1000 sein, der von der Spielbesessenheit der Inder berichtet. Danach wurde um Geld und mit großer Leidenschaft gespielt. Habe ein Spieler alles verloren, könne es vorkommen, dass er seine Glieder aufs Spiel setze. In diesem Fall werde in einem kleinen Gefäß eine Salbe gekocht, welche die Wunden heilen und das Blut stillen solle. "Wenn nun ein Mann in einer Wette einen Finger verliert, schneidet er ihn mit einem Dolch ab, taucht die Hand in die Salbe und brennt so die Wunde aus. Dann spielt er weiter." In Bonn gehts auch weiter, vermutlich weniger blutig. Aber jetzt noch ein Rückblick zu den Anfängen:

Mit welchem Coup gewann Anand als Schwarzer bei der Jugendweltmeisterschaft 1986 gegen den Spanier Javier Gil?

Helmut Pfleger