Zwei der Drahtzieher der Unternehmensbestattungsfirma Ultima GmbH müssen ins Gefängnis. Daniel F. und Andreas W. sind von der 40. Großen Strafkammer in Berlin am vergangenen Freitag wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs und Betrugs zu Haftstrafen verurteilt worden. F., den das Gericht als Kopf der Bande betrachtete, erhielt eine Gesamtstrafe von fünf Jahren und elf Monaten. Darin enthalten sind zwei Jahre, die er in einer Verurteilung aus dem Jahr 2005 wegen Steuerhinterziehung und Betrugs auf Bewährung erhalten hatte. Wegen Fluchtgefahr musste F. seine Haftstrafe sofort antreten. W., ehemaliger Gesellschafter und Geschäftsführer der Ultima, bekam eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten. Die Urteile sind für beide Männer rechtskräftig. Strafmildernd wirkte sich die Bereitschaft der beiden Angeklagten aus, einen Schaden von rund 250.000 Euro wiedergutzumachen.

Zusammen mit einem Komplizen hatten F. und W. insolvenzreife Gesellschaften erworben, um unter Ausnutzung des Firmenmantels und von ahnungslosen Scheingeschäftsführern elf Autos, darunter einen Maserati und eine Flotte hochwertiger BMW, zu leasen. Bei etlichen der Verträge hatte F. außerdem die Unterschriften der Geschäftsführer gefälscht. Die Leasingraten wurden nicht bezahlt. Die Autos wurden entweder vermietet oder von F. und anderen benutzt. Ein Wagen verschwand in die Ukraine, andere wurden bei Polizeikontrollen sichergestellt oder durch Privatdetekteien, auch aus dem Ausland, zurückgeholt.

Obwohl F. behauptete, dieses "Geschäftsfeld" für sich erst im August 2005 erschlossen zu haben, hatten diese Praktiken in Wahrheit schon Jahre vorher begonnen. Ein Ex-Geschäftführer einer Ultima-Tochterfirma, der als Strohmann fungierte, wurde wegen eines Falles aus dem Jahr 2003 wegen Autoleasingbetrugs verurteilt. Er hatte damals beteuert, dass er die Verträge nicht unterschrieben hatte, und vermutete, dass F. und W. seine Unterschriften gefälscht hätten.

Bei einer kleinen Metallfirma, die Ultima gehörte, entdeckte der Insolvenzverwalter Anfang des Jahres 2005 eine geleaste Fahrzeugflotte, die aus einem Ferrari, zwei Mercedes S 320 CDI, einem BMW 730, drei Geländewagen und weiteren Autos bestand. Die Fahrzeuge konnte der Insolvenzverwalter nicht auffinden. In beiden Fällen wurden Strafanzeigen gestellt – ohne Ergebnis. MDR