Eine Hamburger Hochschule bietet den Bachelor "Coffeemanagement" an

DIE ZEIT: Wozu braucht man Coffeemanager?

Mirko Knappe: Die Branche boomt. Seit 1996 ist die Nachfrage nach Rohkaffee um 18 Prozent gestiegen. Die Preise klettern kontinuierlich. Gleichzeitig hat der Fachkräftemangel die Branche erreicht. Das liegt vor allem daran, dass den Betriebswirten, die von der Uni kommen, branchenspezifische Kenntnisse fehlen.

ZEIT: Zum Beispiel?

Knappe: Agrarökonomie, internationales Handelsmanagement, vor allem Logistik. Die meisten BWL-Studenten spezialisieren sich auf Marketing oder Personal. Logistik gilt als unattraktiv, weil mathelastig. Aber genau das brauchen die Kaffeeunternehmen. Jedes Jahr fehlen allein 1500 Akademiker im Bereich Logistik.

ZEIT: Da schafft Ihr Studiengang Abhilfe?

Knappe: Für die Kaffeebranche ja. Neben einem normalen BWL-Grundlagenstudium in den ersten beiden Semestern lernen unsere Studenten den gesamten Weg des Kaffees von der Plantage bis in die Porzellantasse oder den Pappbecher, mit allen dazugehörigen Arbeitsschritten. Wir wollen keine Spezialisten für einen einzigen Arbeitsschritt wie Rösterei, Verpackung oder Verkostung ausbilden, sondern Generalisten, die die Zusammenhänge sehen. Wir haben einen Studenten, der Einkäufer in Tansania war, ein anderer hat Marketing für Tchibo gemacht, wir haben aber auch Abiturienten.

ZEIT: Die Initiative kam aus der Wirtschaft?