Erst seit den siebziger Jahren kann die Information in der Erbsubstanz DNA entziffert werden. Sie ist in der Abfolge der vier DNA-Bausteine (Nukleotide) A, G, C und T in dem Kettenmolekül codiert. Die Harvard-Forscher Allan Maxam und Walter Gilbert entwickelten 1977 die chemische Sequenzierung. Die Methode erlaubt das Ablesen von wenigen Dutzend Bausteinen und wird heute nur noch für spezielle Analysen benutzt. Zugleich hatte Frederick Sanger ein biochemisches Decodierverfahren entwickelt, das ihm 1980 seinen zweiten Nobelpreis eintrug. Die meisten neuen Sequenzierungstechnologien nutzen Sangers Prinzip in Kombination mit anderen biochemischen Verfahren. Durch Automatisierung und Parallelisierung erreichen sogenannte Hochdurchsatz-Sequencer gigantische Leseleistungen: Im kommenen Jahr werden Gräte auf den Markt kommen, die rund 7 Millionen DNA-Bausteine pro Minute lesen können.

Mit den ersten Verfahren war die Genentschlüsselung eine teure Angelegenheit: Jeder gelesene Baustein kostete mehrere Tausend Dollar. Erst in den neunziger Jahren waren die Kosten so weit gefallen, dass man an die Entzifferung des menschlichen Erbguts denken konnte – zu Beginn des Projekts wurden dafür 3 Milliarden Dollar veranschlagt. Infolge der stürmischen Entwicklung der Labortechnik sanken die Kosten, so dass die Erstentschlüsselung des Menschengenoms tatsächlich nur 300 Millionen Dollar verschlang.

Mit der Technik, die beim Abschluss des Projekts 2003 zur Verfügung stand, wäre die Aufgabe wohl schon mit 50 Millionen Dollar zu bewältigen gewesen. Heute kostet ein Humangenom weniger als eine Million. Ziel ist nun eine Lesetechnik, mit der ein menschliches Genom für 1000 Dollar entzifferbar ist.