Ackermann sagt, er würde sich schämen, Staatsgeld zu nehmen, und die Presse betont, die Bank, die zuerst auf das Rettungspaket zurückgreift, blamiere sich damit. Falsch! Banken, die auf das Angebot öffentlicher Gelder zurückgreifen oder zurückgreifen müssen, werden schnell wieder handlungsfähig und können so gerade jetzt und in nächster Zukunft gute Geschäfte machen und die Wirtschaft stützen – und ihre Stellung und Macht ausbauen. Wer die Banken diskriminiert, die Staatsgelder anfordern, will offensichtlich verhindern, dass dies geschieht. Das könnte gerade die stärksten Banken in ihrer Stellung in der Bankenhierarchie gefährden. Ackermann sagt, er würde sich "schämen"? Er hat doch schon mehrfach bewiesen, dass ihm gerade diese Fähigkeit fehlt – die fehlt auch allen Bankmanagern, die den US-Hypothekenschrott mit AAA++ bewerteten und anderen andrehten. Und auch die Käufer hätten mal auf die Inhalte schauen sollen (was sie vor dem Kauf jedes Joghurt-Bechers tun). Schämt sich einer von denen? Sie haben allen Grund dazu. Nicht die, die sich mit Staatsgeldern oder Garantien aus dem Schlamassel wieder raushieven wollen.

Walter Schorlies, Berlin