Sie nutzen die Finanzkrise zu einer Generalabrechnung mit den sogenannten Neoliberalen und schütten so das Kind mit dem Bade aus. Die heutige Krise zeigt einerseits: Staatsbanker sind nicht die besseren Manager, und andererseits: Globalisierte Finanzmärkte brauchen Regeln. Damit bewegen wir uns auf Ludwig Erhard zu, dem immer bewusst war: Unternehmertum muss sich entwickeln können, der Staat hat Regeln vorzugeben und für sozialen Ausgleich zu sorgen. Aus seiner Zeit stammt auch der völlig aus der Mode gekommene Begriff "Maß halten". Er kann durch die Forderung ergänzt werden: "Vernunft walten lassen." Das gilt auch für Ihren Artikel.

Hans Spichalsky, Bebra

Alle Mythen werden irgendwann als solche entlarvt. Die Realität hat endlich den Schleier vom Mythos des allwissenden Marktes gezogen, und Susanne Gaschke hat die Enthüllung von Gier, Dummheit und Ideologie in treffende Worte gefasst. Danke!

Dr. Karl Wolfgang Biehusen, Vorwerk-Dipshorn

Ständig haben sie uns in die Ohren geblasen, wie rückständig und unmodern wir und das ganze Land seien, weil wir nicht flexibel, effizient, markt- und DAX-orientiert seien. Geradezu weltfremd musste sich vorkommen, wer darauf beharrte, dass öffentliches Eigentum wie Stadtwerke, Sozial- und Bildungseinrichtungen nicht dem profitorientierten Zugriff des privaten Marktes preisgegeben werden dürften. In anderen Ländern waren ja die Folgen solchen Tuns bereits zu besichtigen.

Es gäbe noch weitere, die man abwatschen müsste, allen voran Herrn Westerwelle, der plötzlich so auffallend still geworden ist. Schön, dass Susanne Gaschke auch den Herrn Bundespräsidenten nicht ausnimmt, der als ehemaliger IWF-Präsident mitverantwortlich ist für das Elend der sogenannten Entwicklungsländer, denen man die Übernahme marktradikaler Mechanismen als Heil gepriesen hat. Die Aussicht, so einen Neunmalklugen und nunmehr Blamierten noch weitere fünf Jahre im Amt zu haben, gerät zur Anfechtung.

Dr. Hermann Engster, Göttingen