Ach ja, die CSU. Da macht sie eine gelernte Hubschraubertechnikerin zur neuen Landwirtschaftsministerin, einen 40-Jährigen zum neuen Landesfinanzminister, resozialisiert eine gescheiterte Generalsekretärin an der Spitze des bayerischen Sozialministeriums, ernennt keinen Niedrigeren als Dr. Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg zum neuen hauptamtlichen Wadenbeißer – und gerade als man sie wegen ihrer Personalpolitik loben will, für ihre Stärke, aus der Wahlkatastrophe vom September umgehend einen Kollateralnutzen für die Zukunft zu ziehen, fällt der Blick auf Omas klein Häuschen. In Bayern, das sollten alle Nichtbayern an dieser Stelle erfahren, steht Omas klein Häuschen am Starnberger See, nur einen Champagner-Flaschenwurf entfernt von der nächstbesten Promi-Villa. Leider ist es, der Herr gibt’s, der Staat nimmt’s, von akuter Vererbung bedroht. Was, so fragt sich der fast zu früh Lobende, soll man eigentlich vom "S" in CSU halten, wenn Menschen, die sich Christsoziale nennen, für die armen Erben vom Starnberger See nicht mehr aushandeln wollen als den gefühlten Notgroschen von 1,5 Millionen Euro Freibetrag? Das sind ja noch nicht mal Peanuts, noch nicht mal Möhrchen. Das ist ja gerade mal das, was man als Bahnchef versprochen bekommt, wenn man sein Unternehmen zum Nutzen des Volkes verscherbelt. Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit der Hubschraubertechnikerin, wo das Herz des Wadenbeißers – und wo die FDP? Bayern, so müssen wir erkennen, bleibt auch unter Horst Seehofer das leibhaftige Anti-Berlin: Reich, aber CSU. PETER DAUSEND