Die deutschen Stiftungen haben einen langen Aufschwung hinter sich. Seit Ende der neunziger Jahre hat sich ihre Zahl laut Bundesverband deutscher Stiftungen auf fast 15500 verdoppelt. Ihr Gesamtvermögen wird auf 70 Milliarden Euro geschätzt. Wie gut sie jetzt durch die Krise kommen, hängt davon ab, wie sie ihr Kapital angelegt haben.

Haben sie ihr Geld wie die Bosch-Stiftung in einem Unternehmen, sind sie auf der sicheren Seite – solange es dem Unternehmen gut geht. Die Mehrheit der großen Stiftungen aber hat ihre Risiken verteilt: Rund die Hälfte ihres Geldes investierten sie in festverzinslichen Papieren und Anleihen, für die andere Hälfte erwarben sie Aktien, Immobilien oder Hedgefonds-Anteile. Hier ist der langfristige Gewinn höher, aber auch das kurzfristige Risiko. Was die Situation an den Finanzmärkten derzeit so brisant macht: Nicht nur die Aktienkurse und -dividenden fallen, auch die vermeintlich so berechenbaren Anleihen bringen teilweise weniger Zinsen. Bei vielen Stiftungen wird es schon eng, wenn der Gesamtertrag des Vermögens nur um ein oder zwei Prozentpunkte zurückgeht.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg erzielte mit ihren Anlagen zuletzt eine Rendite von 3,2 Prozent. Doch daraus muss sie nicht nur ihre Fördermittel bestreiten, sondern auch ihren Kapitalstock gegen die Inflation absichern. Maximal ein Drittel der Einnahmen darf sie dafür verwenden, der Rest muss sofort wieder in gemeinnützige Zwecke fließen.