Die Hamburger Schulbehörde hat viel zu tun in diesen Tagen. Im Eilverfahren peitscht sie gerade eine in Lehrer- und Elternschaft wenig geliebte Schulstrukturreform durch. Grundschüler sollen sechs Jahre gemeinsam lernen, Haupt- und Realschüler in Stadtteilschulen gehen, die bis zum Abitur führen. So manches Gymnasium bangt um seine Existenz. Derweil können sich Privatschulen vor Anmeldungen kaum retten. Immer mehr wollen sich ihren Platz in der Hansestadt sichern. Die grüne Bildungssenatorin Christa Goetsch wird nicht müde, zu betonen, dass Privatschulen eine Bereicherung für das Bildungssystem seien, und schickte dennoch der Phorms-Schule im Juli eine Ablehnung. Im zweiten Anlauf wurde die bilinguale Ganztagsschule nun doch genehmigt. Allerdings mit Auflagen, die ihr einen gehörigen Balanceakt abverlangen. Aufgrund des im Grundgesetz verankerten Sonderungsverbotes darf die Phorms in Hamburg höchstens 200 Euro Schulgeld verlangen, von Geringverdienern 50 Euro. An anderen Standorten wie Berlin, Frankfurt und München praktiziert Phorms dagegen ein einkommensabhängiges Finanzierungsmodell, bei dem die Eltern zwischen 200 und 900 Euro bezahlen. Wie Phorms nun auf dieser Grundlage ihr bilinguales Unterrichtskonzept als Ganztagsschule mit individueller Betreuung bis 16 Uhr umsetzen soll, weiß sie selbst noch nicht. Da die staatlichen Zuschüsse erst nach drei Jahren beanstandungslosen Schulbetriebs fließen, wird die Schule die fehlenden Gelder über einen Förderverein einholen müssen. Doch auch hier schießt die Schulbehörde nach: Man werde von nun an die Verwendung derartiger Gelder genau prüfen. Für den normalen Schulbetrieb jedenfalls dürften sie nicht ausgegeben werden. Egal, ob man im Hamburger Senat darauf baut, dass die eine oder andere Privatschule derartige Auflagen nicht überlebt, für Eltern werden die billigen Privatschulplätze natürlich umso attraktiver. Die Rundumsorglospakete nehmen gerade Berufstätigen eine große Last ab. Und nun lässt sich sogar Geld mit ihnen sparen. Schließlich kostet allein schon eine Hortbetreuung am Nachmittag im Anschluss an die öffentliche Grundschule in Hamburg bis zu 207 Euro im Monat. Obwohl sie selten mehr ist als eine Aufbewahrungslösung.