Die vier Studenten Li, Wan, Lou und Cheng der Peking-Universität sitzen in ihrem Lieblingscafé, frühstücken Reis mit Rindfleisch und warten auf die Ergebnisse der US-Wahlen. Auf einem großen Flachbildschirm an der Wand läuft ein Fernseh-Kochkurs. "Ich hätte Berichterstattung aus den USA erwartet, aber das Staatsfernsehen scheut sich vor Wahlen", sagt Wan. Die vier streiten, ob in China jemand wie Obama Präsident werden könnte. Der Rassismus in China sei nicht politisch, sondern emotional, sagt Cheng, die Internationale Beziehungen studiert. Aber einen Tibeter als KP-Chef können sie sich alle nicht vorstellen. Lou klappt ihren Laptop auf, die Website Sina.com meldet Obamas Sieg. Die beiden Frauen Cheng und Wan springen auf und klatschen. "Sie jubeln, weil sie Obama attraktiv finden", spotten Lou und Li. Cheng kontert: "Obama hat das Charisma eines Weltführers. Er macht auch auf Chinesen einen guten Eindruck." Lou ist unbeeindruckt. "Nur weil er ein Demokrat ist, heißt das nicht, dass er keinen Krieg gegen uns führen wird", sagt er. Weiter geht ihr Streit über die Finanzkrise, über Kommunismus und Kapitalismus. Sie alle glauben, dass Obama mit der Wahl allein noch nicht viel gewonnen hat.