Als Obamas Sieg feststeht, dämmert es gerade in Tel Aviv. Die ersten Jogger zieht es zum Strand, vorbei an der Bar "Mikes Place", wo sich 2003 zwei Selbstmordattentäter in die Luft sprengten und sich die Obama-Fans hätten treffen sollen. Stattdessen kamen Fußballfans, schauten Chelsea gegen Rom und gingen dann nach Hause. Niemand wollte Obamas Erfolg live mitverfolgen.

Das mag an den gespaltenen Gefühlen der Israelis liegen. "Für Amerika ist Obama gut, aber für uns?", fragt einer der ersten Schwimmer an diesem Morgen. Der 54-Jährige hat lange in New York gelebt, stand den Demokraten nahe – aber heute denkt er an seine Kinder und die Bedrohung aus Iran. Mit Obama am Ruder fühle er sich da gar nicht geschützt. Bald, am 10. Februar, wählt Israel. Zipi Liwni hat sich "Wandel" und "eine andere Politik" auf die Fahnen geschrieben und will so siegen. Obama hat damit seinen Durchbruch geschafft. Bei Liwni ist noch alles offen.