Mit einer Versicherung, so sagt das Wort, sichert man sich ab – gemeinhin gegen ein Risiko. Die Wahrscheinlichkeit zu sterben liegt für jeden bei 100 Prozent. Auf lange Sicht sind wir eben alle tot, das wusste schon der kluge Ökonom John Maynard Keynes. Und diese Erkenntnis dürfte sich eigentlich bis zu den Produktentwicklern der Versicherungsgesellschaften herumgesprochen haben.

Sie bieten trotzdem munter "Sterbegeld-Absicherungen" und "Sterbeversicherungen" an, nachdem die gesetzlichen Krankenkassen vor fast fünf Jahren die Zuschüsse für die Bestattungskosten gestrichen haben. Seither muss jeder selbst oder die Familie für das Begräbnis aufkommen. Beerdigungen sind teuer, traditionell kostet die letzte Veranstaltung im Leben eines Menschen mindestens 3000 Euro, wer besondere Wünsche hat, kann sogar schnell auf 10000 Euro kommen. Ein Betrag, den die meisten Menschen nicht auf ihrem Konto herumliegen haben, sondern erst mal ansparen müssen. Aber braucht es dazu eine Sterbegeldversicherung? Letztlich handelt es sich um nichts anderes als eine Kapitallebensversicherung mit schwacher Rendite, kritisieren Verbraucherschützer. Es sei denn, man stirbt viel früher als erwartet, dann lohnt sich die Sache – jedenfalls finanziell. Zu früh ist allerdings auch ungünstig: KarstadtQuelle etwa zahlt erst nach drei Jahren Aufbauzeit die vereinbarte Summe aus, vorher werden nur die eingezahlten Beiträge plus Zinsen an die Angehörigen überwiesen. Die "Bonusleistung" gibt es erst später, und sie ist jährlich variabel.

Der Vorstandsvorsitzende von KarstadtQuelle Versicherungen wirbt für seine Sterbegeld-Absicherung mit einem Wohlfühlfaktor. "Genießen Sie das beruhigende Gefühl, gut vorgesorgt zu haben", schreibt er in einem Faltblatt. Was daran beruhigend sein soll, dass man unter Umständen mehr einzahlt, als man herausbekommt, also sein Geld bei der Versicherung beerdigt, das ist unerfindlich. Auch wenn es einen im Schadensfall natürlich kaltlässt. anna marohn