Wie bekommt man die Vorstände der Deutschen Bahn, in Sonderheit ihren Chef Hartmut Mehdorn, aus der Schmollecke heraus, in der sie sich so unglücklich verbockt haben? Der Fahrgastverband Pro Bahn hat vorgeschlagen, Mehdorn sollte auf die umstrittenen Bonuszahlungen verzichten und stattdessen Gratisgetränke an die leidgeprüften Fahrgäste ausgeben. Das ist gut gemeint, aber schlecht gedacht. Niemals war geplant worden, in welcher Form auch immer, Boni an die Fahrgäste, sagen wir mal: auszuschütten. Logischer wäre der Vorschlag, den Bonus an Mehdorn in Form von Kaltgetränken zu zahlen. Aber einmal abgesehen davon, dass kein Bord-Bistro dieser Welt Spirituosen in einer Menge und Qualität mit sich führt, die auch nur annähernd der angepeilten Summe entsprechen könnten, gibt es gar keine Zugstrecke in Deutschland, die lang genug wäre, dass sich auf ihr das ganze Gratisgesöff konsumieren ließe, selbst üppige Verspätungen einkalkuliert. Oder sollte Mehdorn die übrig bleibenden Flaschen etwa in Plastiktüten nach Hause schleppen? Rechnet man mit einem Bonus von einer Million Euro und mit Doppelkorn zu zehn Euro die Flasche, dann käme man auf hunderttausend Flaschen, von denen auf der Strecke Hamburg–Basel höchstens anderthalb von Mehdorn persönlich getrunken werden könnten. Kalkuliert man weiter, dass er mit zwei Plastiktüten, in die jeweils zehn Flaschen passen, gerade so nach Hause wanken könnte, dann brauchte er immer noch 4999 hilfsbereite Bahnangestellte, die ihn begleiten müssten. Denkt man sich diese Angestellten mit einer Breite von jeweils 70 Zentimetern, auf der Höhe der beiden Tüten gemessen, dann würden sie, nebeneinandergestellt, eine Kette von 3,499 Kilometern bilden – was einer Nahverkehrsstrecke entsprechen würde, die von der Bahn seit Langem nicht mehr kostendeckend bedient werden kann! Im Übrigen sind auch die benötigten Angestellten schon längst entlassen. Also, lieber Fahrgastverband, so wird das nichts. Auch die viel konsequentere Auszahlung der Boni in Freikilometern würde Mehdorn, angesichts seines fortgeschrittenen Alters, nicht mehr vollständig in Anspruch nehmen können (eine genaue Rechnung ersparen wir uns, um nicht pedantisch zu wirken). Wir schlagen daher als geeignete Naturalienumsetzung die Frei-Haus-Lieferung von ICE-Radwellen vor, das gäbe Mehdorn die Möglichkeit zu einem aufschlussreichen Hanteltraining daheim: Was er nicht stemmen kann, fällt ihm auf die Füße. Finis