Er war ein kleiner Mann. Klein in der unerheblichen Kategorie von Gestalt. Groß aber war Studs Terkel in der Kategorie Herz, Schnauze, Mut, er war einer der größten Reporter Amerikas, der Chronist des 20. Jahrhunderts, die Stimme der Männer und Frauen, die im Griff der Depression ächzten (Hard Times), der Leidenden im Zweiten Weltkrieg (The "Good" War), der Helden der Arbeit (Working). Studs Terkel, Pulitzerpreisträger. Jazzliebhaber. Widerständler gegen McCarthy. Er sei ein nationales Monument, befand John Kenneth Galbraith, Harvard-Ökonom, hätte man Galbraith und Terkel das Wirtschaftsressort überlassen, hätte man sich den Bankencrash schenken können. "Was wir den freien Markt nennen und wie eine neue Religion vergöttern, ist doch schon einmal auf den Arsch gefallen", lästerte Studs Terkel 2002 in einem ZEIT-Interview. Ha! Präsident Reagans Papa verdankte dem New Deal seinen Job! Messerscharfe Polemik, serviert mit einem Schuss Humor, einer großzügigen Prise Hoffnung, gerne einem Martini mit zwei Oliven. Eine innere und äußere Haltung, die sich gerade in diesen Tagen für die Lektüre eines seiner schönsten Bücher empfiehlt, der Gespräche über das Sterben, die Studs Terkel mit 90 Jahren aufschrieb, sechs Jahre vor seinem Tod am vergangenen Freitag.

Studs Terkel: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Engagement in schwieriger Zeit; aus dem Englischen von Michael Schulte; 312 S., 22,– €

Studs meets Music

Studs Terkel im Gespräch mit großen Musikern des zwanzigsten Jahrhunderts; aus dem Englischen von Kristian Lutze; 240 S., 19,90 €

Beide Titel im Kunstmann Verlag, München

Studs Terkel: Amerikanische Bilder